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Nähmaschine-Oberfaden reißt – Was nun?


In diesem Blogartikel geht es darum, was zu tun ist, wenn der Nähmaschine-Oberfaden reißt und warum dieser überhaupt gerissen ist.

Viele Menschen, die sich nicht häufig mit einer Nähmaschine beschäftigen oder sich zum ersten Mal mit dem Thema befassen, bekommen teilweise Probleme bezüglich des Oberfadens und wissen dann nicht genau, wie sie dieses Problem lösen sollen.

Viele Hersteller bieten in ihrem Bedienerhandbuch oder ihrer Gebrauchsanweisung Lösungen für solche Problemfälle an. Damit Du optimale Nähergebnisse erzielen kannst, solltest Du auch immer die vom Hersteller empfohlenen Einstellungen an der Nähmaschine einstellen. Dadurch kann die Nähmaschine optimal laufen.

Nähmaschine-Oberfaden reißt Blogartikel

Allerdings ist das nicht immer so oder die meisten Personen haben schon längst vergessen, wo sie die kleinen Heftchen des Herstellers hingetan haben. Andere wiederum machen oftmals keinen langen Prozess und schmeißen die Bedienungsanleitung von vornherein weg.

Aber Achtung! Keine Panik, das dürfte alles kein großes Problem sein. Wir werden Dir helfen!

Viel Spaß beim Lesen und Finden einer Lösung für Dein Problem!


Nähmaschine-Oberfaden reißt – Was ist passiert?

Grundsätzlich kann es eine Vielzahl an Gründen dafür geben, dass ein Oberfaden reißt. Allerdings kann man auch die Wahrscheinlichkeit auf ein paar wenige Hauptfaktoren einschränken, die in den aller meisten Fällen für das Problem des Reißens sorgen.

Noch ein kleiner Hinweis, bevor es richtig losgehen kann: Die Problemlösungen findest im zweiten Teil dieses Eintrags!

1. Problem: Falsche Einstellungen am Fadenspanner

Der erste Verdacht sollte zu aller erst auf die Nähmaschinen-Fadenspannung bzw. dem Fadenspanner fallen. Dieser sorgt dafür, dass der Zwirn entweder gespannt oder schlaff geführt wird. Das wiederum wird Folgen für das Nahtbild und die Robustheit der Naht haben.

Falsche Einstellungen am Fadenspanner - Problem

Je nachdem, was für eine Art von Garn Du verwendest, also die Struktur und Dicke des Zwirns, entscheiden darüber, welche Einstellungen des Fadenspanners Du verwenden solltest. In der Regel sind es aber meistens dünne oder normale Fäden, die mit einer viel zu hohen Fadenspannung geführt werden. Der Druck bzw. der Zug und die Krafteinwirkung auf das Garn werden mit der Dauer einfach zu groß, bis der Oberfaden letztendlich reißt.

Auch die Reibungskraft spielt hier eine übergeordnete Rolle, da der Zwirn bei sehr schnellen Näharbeiten, also das starke Betätigen des Nähmaschinenpedals dazu führt, dass Hitze entsteht und auch generell der Abrieb des Zwirns immer größer wird, bis auch hier der Faden nachgibt.

Die Lösung dieser Problematik findest Du weiter unten!

TIPP!

Anhand des Handrads kannst Du sofort erkennen, ob Deine Fadenspannung extrem stark oder extrem schwach eingestellt wurde. Drehe dazu einfach das Handrad in Richtung Deines Körpers und verändere immer wieder die Fadenspannung. Du wirst sofort vernehmen können, welche Kräfte an Deiner Schnur zerren und merkst mit etwas Feingefühl, ob die Fadenspannung etwas in die eine oder andere Richtung nachjustiert werden muss.

Verstelle allerdings niemals die Fadenspannung nur nach Deinem Bauchgefühl oder Deinem Empfinden. Es gibt grobe Richtwerte, an die Du Dich halten solltest.

Später aber dazu mehr!

Falsche Einstellungen am Fadenspanner - Tipp

2. Problem: Haken, Ösen und Schlaufen

Bei viel genutzten oder auch alten Nähmaschinen kann es durchaus sein, dass Haken, Ösen oder Schlaufen, die aus Metall bestehen, durch die häufige Verwendung tiefe Rillen im Material haben.

Wenn Du die Nähmaschine häufig verwendest, dann ist es ganz natürlich, dass über die Dauer Abnutzungsspuren durch die Fadenführung entstehen. Dadurch wiederum treten scharfe Ecken und Kanten auf. Das wirkt sich wie ein Sägeblatt aus, das durch ein Stück Metall getrieben wird und scharfe Kanten hinterlässt oder die vielen Millionen Tropfen, die aus einem massiven Stein, ein Stein mit Loch machen.

Haken, Ösen und Schlaufen

Die eigentlich abgerundeten und glatten Flächen der Führungsösen werden rasierklingenscharf und lassen den Nähfaden umgehend reißen.

Was Du dagegen tun solltest, erfährst Du im weiteren Verlauf des Blogartikels.

3. Problem: Der Abspulvorgang von der Garnrolle

Ein weiterer Grund, der den Zwirn reißen lassen kann, hat mit dem Abspulvorgang des Oberfadens zu tun. Du wirst sehr schnell merken, ob das Problem etwas mit dem Garnrollenstift oder der Fadenablaufscheibe zu tun hat, denn der Zwirn wird bereits sehr weit oben an der Garnrolle reißen.

a. Der Garnrollenstift könnte zum Beispiel das Durchtrennen des Strangs verursachen, weil die Garnrolle zu fest auf dem Stift aufsitzt und dadurch festklemmt.

Deshalb kann sich die Rolle nicht frei bewegen und sich drehen. Es kommt zum Verheddern und der Druck auf den Faden wird durch das Ziehen der Nähmaschine immer weiter aufgebaut, bis das schwächste Glied in der Reihe aufgibt, das ist meistens der Zwirn.

Der Abspulvorgang von der Garnrolle - Problem

b. Des Weiteren ist es möglich, dass die falsche Wahl der Fadenablaufscheibe für das Abreißen des Strangs sorgen kann. Sollte die Scheibe im Durchmesser zu groß für die Garnrolle sein, wird das Garn über das Eck der Fadenablaufscheibe gezogen und kann unter Umständen durchtrennt werden.

c. Eine weitere Gefahr kann von der Fadenablaufscheibe ausgehen. Wer diese zu sehr auf die Garnrolle presst, lässt der Rolle nicht genügend Freiraum und es kann durchaus zu Komplikationen kommen.

d. Auch die Schärfe der Kanten an der Fadenablaufscheibe kann den Zwirn in seiner Struktur verletzen.

Der Abspulvorgang von der Garnrolle - Fadenablaufscheibe

4. Problem: Scharfkantige Teile

Ein großes Problem können auch scharfe Plastikteile sein. Beispielsweise könnten bei einer unsauber produzierten Nähmaschine Fertigungsfehler auftreten. Diese sind meistens sehr grob und scharf, welche ein Nähgarn in Nullkommanix durchtrennen.

5. Problem: Falscher Einfädelvorgang

Auf einer heutzutage produzierten Nähmaschine ist es normalerweise Gang und Gäbe, den Einfädelungsvorgang mit Nummerierungen am Außengehäuse anzugeben.

Es kann hin und wieder vorkommen, dass man einen Schritt beim Einfädeln übersieht. Und es dann zu unerwarteter und unvorhersehbarer Reibung kommt. Das wiederum strapaziert logischerweise den Zwirn ungemein, bis dieser dann durchtrennt wird.

Das Einfädeln ist vor allem dann schwierig und ähnelt nahezu einem Glücksspiel, wenn man ein älteres Nähmaschinenmodell besitzt und die Nummerierungen nicht angegeben wurden.

Falscher Einfädelvorgang

6. Problem: Scharfe Teile im Spulengehäuse

Ein etwas größeres Problem würde das Reißen des Oberfadens im Bereich des Spulengehäuses darstellen.

Dieses Problem wäre selber nur schwer ausfindig zu machen. Für einen Laien ist es nicht gleich auszumachen, woran es liegen könnte, dass das Nähgarn ohne weiteres durchtrennt wird. Allerdings kannst Du sofort erkennen, ob der Zwirn im Bereich des Gehäuses der Nähmaschine reißt oder nicht.

Sollte der Bruch des Garns in der angesprochenen Region stattfinden, dann hilft meist nur noch der Besuch eines fachkundigen Reparaturservices.

Scharfe Teile im Spulengehäuse

7. Problem: Altes oder minderwertiges Nähgarn

Solltest Du nicht so häufig zum Nähen kommen und Dein Nähequipment schon einige Jahre auf dem Buckel haben, dann sind die Materialeigenschaften nicht mehr gegeben, wie sie möglicherweise am Tag der Herstellung waren.

Umso älter ein Faden ist, umso poröser und unelastischer wird dieser logischerweise im Laufe seiner Zeit.

Ein weiteres Problem könnte in der Qualität des verwendeten Zwirns liegen. Günstige Produkte bedeuten nicht immer gleich qualitativ minderwertiges Garn! Allerdings wird bei hochpreisigen Artikeln in der Regel nicht am Geld bei der Produktion gespart, was der Endverbraucher logischerweise auch wieder bezahlen muss. Dennoch muss jeder selber entscheiden, ob er oder sie etwas tiefer in den Geldbeutel greifen möchte oder ob das qualitativ schlechtere Garn ebenso den Zweck erfüllt.

TIPP!

Überprüfe auch, wo das Garn gerissen sein könnte. So kannst Du das Problem schon mal grob lokalisieren und den Grund für das Reißen Deines Nähgarns ausfindig machen.

Wenn der Bruch Deines Zwirns bereits am Anfang des Einspeißungsprozesses des Fadens Deiner Nähmaschine stattgefunden hat, dann ist das ein sehr gutes Indiz dafür, dass der Fadenspanner der Ursprung Deiner Probleme sein könnte.

Oder aber das Durchtrennen des Garns findet am Ende des ganzen Durchfädelungsprozesses statt, dann wird es wahrscheinlich an einem scharfkantigen Teil im Spulengehäuse liegen.

Teile den von Dir ausfindig gemachten Ort unbedingt dem Reparaturdienst mit, falls Du Deine Nähmaschine reparieren lassen möchtest.


Nähmaschine-Oberfaden reißt – Was gilt es dagegen zu tun?

Bereits im oberen Teil dieses Blogeintrags sind wir schon genauer auf einige Aspekte eingegangen. Hier nun nochmals alle wichtigen Punkte zusammengefasst und erläutert, damit Du gegen das Reißen des Nähmaschinen-Oberfadens vorgehen kannst:

1. Problem: Falsche Einstellungen am Fadenspanner

Wähle hauptsächlich die mittlere Einstellung des Fadenspanners Deiner Nähmaschine. Meistens ist das der Wert zwischen 3 und 5.

Die empfohlene Fadenspannung des Herstellers wird meistens mit Strichen am kleinen Stellrad markiert. Oftmals gehen die Reichweiten der Nähmaschinen-Fadenspannung von 0 bis 9. 0 bedeutet in der Regel eine sehr schlaffe Fadenspannung. Während 9 in den meisten Fällen eine sehr stramme Fadenspannung bedeutet.

Weitere Informationen, wie das perfekte Nahtbild aussehen muss und wie Du dieses mit Hilfe des Fadenspanners einstellen kannst, erfährst Du in unserem Artikel Nähmaschine einstellen.

Falsche Einstellungen am Fadenspanner - Lösung

Hier kannst Du die optimalen Einstellungen laut dem Hersteller erkennen, welche durch die Striche angezeigt werden. Auch die Position des Rädchens an der Nähmaschine ist gut erkennbar.

TIPP!

Führe ein Probenähen durch! Nimm dazu einfach ein Stück Stoff zur Hand und nähe mit dem Steppstich einfach drauf los. Analysiere danach das Nahtbild daraufhin, dass der Oberfaden nicht den Unterfaden und der Unterfaden nicht den Oberfaden durch den Stoff, auf die andere Seite, hindurchzieht.

2. Problem: Haken, Ösen und Schlaufen

Die einzige konstante und professionelle Lösung, dieses Problem zu beheben, sind die passenden Ersatzteile, in Form von neuen Ösen, Haken, Schlingen etc. zu besorgen.

Sind nur leichte, eher oberflächliche Riefen zu erkennen, versuche den Druck zu vermindern, indem Du zum Beispiel die Fadenspannung herunterdrehst. Das sollte allerdings nicht auf Kosten der Nahtqualität gehen.

3. Problem: Der Abspulvorgang von der Garnrolle

a. Eine Lösung, dass sich die Garnrolle frei auf dem Garnrollenstift bewegen kann, besteht darin, den inneren Durchmesser der Garnrolle zu erweitern. Das kann mit Hilfe eines Messers passieren oder mit einem minimal dickeren Bohrer oder Schraubendreher, um so überschüssiges Material abzutragen.

Die beste Lösung wäre es allerdings, einen neuen Faden zu kaufen und den vorherigen für andere Zwecke zu verwenden.

ACHTUNG!

Gehe bei diesen Tipps behutsam vor, denn es besteht akute Verletzungsgefahr! Für Verletzungen und Schäden tragen wir keine Schuld!

b. Meistens sind bei einer Nähmaschine mehrere Fadenablaufscheiben im Lieferumfang enthalten. Sollte das der Fall sein, dann wechsle die Große mit der Kleinen. Hast Du nur eine einzige Scheibe zur Verfügung, kannst Du etwas Knetmasse oder Tape verwenden, um einen kleinen Streifen um den Garnrollenstift zu wickeln. Dadurch wird die Garnrolle zurückgehalten und springt nicht vom Stift ab.

c. Diese Maßnahme ist wohl eine der einfacheren Übungen und ist mit einem einzigen Handgriff sofort behoben: Schiebe die Fadenablaufscheibe etwas in die entgegengesetzte Richtung der Zwirnrolle. Dadurch nimmst Du den Druck weg.

d. Kontrolliere die Fadenablaufscheibe auf etwaige Kanten. Solltest Du auf eine scharfe Ecke stoßen, dann nimm etwas Schleifpapier oder eine Feile zur Hand und entferne die Gefahrenstelle. Zur Not tut’s auch eine Nagelfeile.

4. Problem: Scharfkantige Teile

Ein etwas schwieriger erkennbares Problem sind scharfe Ecken und Kanten an einem Bauteil der Nähmaschine. Meistens sind davon die Kunststoffteile der Außenhülle betroffen, bei denen ein Fertigungsfehler aufgetreten ist oder das Entfernen der Überreste durch das Spritzgussverfahrens vergessen oder übersehen wurden. Ein riesen Vorteil ist es, wenn eine Nähmaschine das Garn innenliegend führt und so wenig wie möglich den Zwirn außerhalb der Nähmaschine hält.

Eine weitere Möglichkeit wo unsauber gearbeitet worden sein könnte, wären beispielsweise Haken, Schlaufen und Ösen. Bei einem dieser Bauteile wäre ein Fehler schwerwiegender als bei einem Verkleidungsteil, da diese Komponente eine tragende und leitende Funktion für den Zwirn hat. Dadurch muss jeder Millimeter, jeder Zentimeter und jeder Meter an dieser wichtigen Stelle vorbei. Dabei ist ein Kontakt unumgänglich. Die einzige Möglichkeit, einem Reißen des Oberfadens zu entgehen, ist der Austausch des betroffenen Bauteils.

5. Problem: Falscher Einfädelvorgang

Da Nähmaschinen heutzutage standardmäßig mit gut erkennbaren Nummerierungen ausgestattet sind, sollte dieser Fehler in wenigen Minuten, wenn nicht sogar Sekunden erledigt sein. Diese Fehlerquelle sollte als eine der ersten überprüft werden, da die Kontrolle schnell und unkompliziert durchgeführt werden kann.

6. Problem: Scharfe Teile im Spulengehäuse

Dieses Problem ist das schwerwiegendste von allen. Hier wird es zum einen schwierig, überhaupt den Fehler zu erkennen, geschweige denn den Fehler zu beheben. Die Nähmaschinen sind sehr komplex in ihrem Aufbau uns sollten nach dem Auseinanderbauen auch wieder korrekt zusammengesetzt werden, damit in Zukunft auch wieder einwandfrei genäht werden kann.

Bei diesem Problem bleibt meistens nur noch der Gang zu einem Spezialisten übrig.

7. Problem: Altes oder minderwertiges Nähgarn

Altes, poröses und sprödes Garn sollte umgehend ausgetauscht werden und durch neues ersetzt werden. Denn, wer möchte eine Naht, die keinen äußeren Einwirkungen standhält und auch nur über eine geringe Lebenszeit verfügt? Die Antwort ist ganz klar: Niemand! Deshalb nochmals: Wenn Dein verwendetes Garn möglicherweise also schon ein paar Jahre alt ist, solltest Du besser zu einer frischeren Garnrolle greifen.

Ein weiterer Schwachpunkt kann sehr günstiges und oftmals minderwertiges Garn sein. Spare deshalb nicht an der falschen Stelle, denn Du würdest doch normalerweise auch keine Zahnseide nehmen, die bei der ersten Belastung sofort reißt, oder? Gibt deshalb etwas mehr aus und Du wirst Dich mit Sicherheit daran erfreuen können.


Fazit

Sollte der Nähmaschine-Oberfaden einmal wieder erneut reißen, dann solltest Du für jeden Fall gewappnet sein! Es ist teilweise nicht so einfach, den Störungsfaktor in einem System ausfindig zu machen. Vor allem bei diesem Thema gibt es eine unzählige Menge an möglichen Fehlerquellen, die es auszumerzen gilt.

Gehe langsam und behutsam vor und überprüfe penibel jede mögliche Fehlerquelle, die das Abreißen Deines Garns verursacht. Es ist sehr wichtig, den Fehler zu finden, damit die Nähmaschine wieder einwandfrei funktionieren kann. Dadurch schonst Du auch Deine Nähmaschine, besonders den Motor und die Verschleißteile, aber auch Dein Geldbeutel und das ist für sehr viele Menschen sehr wichtig, bleibt unangetastet.

Eigentlich sind die meisten Fehlerquellen mit ein paar Tricks schnell behoben. Andere sind leider etwas schwerwiegender, bei denen leider nur noch der Besuch beim Experten übrig bleibt.

 

Konnten wir Dir bei der Problemlösung nicht helfen? Dann schreibe uns in den Kommentaren. Wir werden uns schnellst möglich bei Dir melden.

 

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